Header-Grafik Weiterbildung: Wollen Sie Ihr Denken…

Veranstaltungsreihe PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG

Die Veranstaltungsreihe PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG begleitet Menschen, die sich selbst und den Kontakt zur Welt hinterfragen, durchdenken und weiterentwickeln möchten. Sie bietet die Chance, sich in regelmäßigen Abständen aus der eigenen Umlaufbahn herauszunehmen und für neue Denkwege zu öffnen.

Die Teilnehmenden lernen, Wahrnehmen und Denken zu vertiefen, beide Fähigkeiten intensiv zu üben und sich selbst als Persönlichkeit zu entwickeln. Anhand biographischer Übungen und gemeinsamer Reflexion werden die neuen Fähigkeiten erprobt und erweitern so die privaten und beruflichen Möglichkeiten.

Wir gestalten Räume der Ruhe und des besonnenen Denkens, aus denen durch tiefe und erkenntnisreiche Gespräche neue Kraft und neue Lösungsansätze entstehen können. Impulsvorträge aus der Philosophie, Biographiearbeit, Kunst und Musik wechseln sich dabei ab mit praktischen Übungen, Reflexionen und Erfahrungsaustausch in kleinen und großen Gesprächsräumen.

 

Überall Krise?!

LEBENDIGE PHILOSOPHIE als Gestaltungsfähigkeit

Was kann ich selbst tun, angesichts der Krisenerfahrungen in der Gesellschaft und in meinem eigenen Umfeld? Ist es möglich, äußere und innere Krisen bewusst zu gestalten, um sie zu überwinden? Was kann mir dabei helfen? Krisen zeichnen sich durch eine Überforderung aus. Um darin bestehen zu können, bedarf es eines Innehaltens: Das Heraustreten aus der Geschwindigkeit und das Besinnen auf das Wesentliche bergen Möglichkeiten, sich selbst wieder als gestaltenden Menschen zu erleben. Dies gelingt durch das Üben einer Kraft, die im Sturm die Ruhe zu finden vermag.

In unserer neuen Veranstaltungsreihe zur PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG stellen wir einen bewussten Umgang mit der Krise in den Fokus und beleuchten ihn aus verschiedenen philosophischen Perspektiven, begleitet von praktischen Übungen aus Kunst, Musik und Biographiearbeit.

Klee

Die Veränderung beginnt in mir: Ein Übungsweg mit Martin Buber

Vortrag: 11.10.2024, 19–21 Uhr
Seminar: 12.10.2024, 9:30–16 Uhr

mit Paula Kühne Rendtorff und Peter Dellbrügger

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„Der archimedische Punkt, von dem aus ich an meinem Orte die Welt bewegen kann, ist die Wandlung meiner selbst“ – dies schreibt der jüdische Philosoph Martin Buber (1878–1965) in seinem Werk „Der Weg des Menschen“ (1947). Er widerspricht damit unserer natürlichen Auffassung, die Welt primär verändern zu wollen, indem er darauf hinweist, dass jede Gestaltung im Außen mit der Wandlung des eigenen Bewusstseins beginnen sollte.

Martin Buber führt uns dazu in sechs Geschichten auf einen Entwicklungsweg, der mit der eigenen Erkenntnis beginnt. Nur durch diese entwickeln wir einen Blick auf die Welt, der uns aktuelle Krisen auf eine neue Weise verständlich macht. So können sich unser Denken und unser Handeln miteinander verbinden und in lösungsorientierte, verantwortungsbewusste Handlungen münden.

Gemeinsame Textlektüren aus Bubers „Weg des Menschen“, Erfahrungsaustausch und praktische Übungen begleiten uns durch den Vortragsabend und das anschließende Tagesseminar.

Phantasie als Werkzeug in der Krise? Was uns der Philosoph Günther Anders heute zu sagen hat

Vortrag: 29.11.2024, 19–21 Uhr
Seminar: 30.11.2024, 9:30–16 Uhr

mit Paula Kühne Rendtorff und Peter Dellbrügger

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Warum leben wir in einer Welt andauernder Krisen? Die Antwort des Philosophen Günther Anders (1902–1992) lautete Mitte des 20. Jahrhunderts: Die Grundfähigkeiten des modernen Menschen wie Vorstellen, Fühlen und Handeln sind auseinandergefallen. Er bezog sich damals auf die technischen Möglichkeiten, die z.B. mit dem Bau der Atombombe möglich wurden. Dabei stellte er fest: Wir können uns mit unserem Denken nicht mehr vorstellen, was unsere Produkte hervorbringen, geschweige denn mit unserem Gefühl nachempfinden, welche Bedeutung sie haben.

Angesichts der vielfach gesteigerten technischen Möglichkeiten, die wir heute besitzen, und der Katastrophen (Klimawandel, Umweltzerstörung, Kriege usw.), die daraus erfolgen, sind die Thesen von Günther Anders moderner denn je. Damals forderte er, dass die Kluft zwischen Vorstellen, Fühlen und Handeln nur durch die Ausbildung moralischer Phantasie überwunden werden könne. Nur durch moralische Phantasie sei es uns möglich, die Welt, wie sie ist, überhaupt richtig wahrzunehmen – eine Voraussetzung für das Finden von Lösungswegen aus der Krise. Eine besondere Bedeutung maß er dabei der klassischen Musik als Übungsfeld für die Ausbildung unserer Fähigkeiten bei.

In dieser Veranstaltung beschäftigen wir uns in Textlektüren, Wahrnehmungs- und musikalischen Übungen mit Günther Anders’ Verständnis der moralischen Phantasie: Wie können wir diese entwickeln und wie kann sie uns heute behilflich sein, um mit Krisenmomenten konstruktiv umzugehen.

Philosophieren am Abgrund: Friedrich Nietzsche und Richard Wagner im Gespräch zu Fragen der Gegenwart

Vortrag: 24.01.2025, 19–21 Uhr
Seminar: 25.01.2025, 9:30–16 Uhr

mit Nadja Görz und Peter Dellbrügger

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Die Begegnung von Richard Wagner und Friedrich Nietzsche, die als Freundschaft begann und dann im Zerwürfnis endete, fand Ende des 19. Jahrhunderts in einer Zeit großer Umbrüche und Krisen statt. Die Moderne hat den Menschen durch das Ende von althergebrachten Wertvorstellungen, durch neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse und technische Errungenschaften existentiell auf sich selbst zurückgeworfen und ein neues Weltverstehen erfordert, das im musikalischen und philosophischen Werk unserer Protagonisten seinen Ausdruck findet.

Nietzsche, der sich als Philosoph kritisch mit den Grundlagen der europäischen Kultur auseinandersetzte, lehnte traditionelle moralische Werte ab. Für zukünftige Entwicklungen setzte er auf den individuellen und selbstbestimmten Übermenschen, der in schöpferischer Weise das Leben und die Kultur erneuern sollte. Der Denker war zutiefst beeindruckt und inspiriert von der Musik Wagners. Dieser sah in seiner Idee des Gesamtkunstwerks eine Möglichkeit, der Herausforderung des Umbruchs zu begegnen und etwas Zukunftsfähiges zu schaffen. Seine Opern waren nicht nur musikalische Meisterwerke, sondern auch komplexe philosophische Erkundungen von Themen wie Schuld und Erlösung und stellen wie Nietzsches existentielle Philosophie eine Suche nach Sinn in einer scheinbar sinnlosen Welt dar. 

Mit der Lektüre ausgewählter Textstellen sowie mit Hörbeispielen und einfachen musikalischen Übungen nähern wir uns in Vortrag und Seminar dem „Philosophieren am Abgrund“ zwischen Nietzsche und Wagner an. Dabei wollen wir uns fragen: Können wir aus der denkerisch und künstlerisch vermittelten Krisenerfahrung produktive Denkanstöße und Perspektiven für unser Heute gewinnen?

Wer bin ich? Die Frage nach dem Ich in Selbstbildnissen der Moderne und in der eigenen Biographie

Vortrag: 07.03.2025, 19–21 Uhr
Seminar: 08.03.2025, 9:30–16 Uhr

mit Nadja Görz und Bernhard Schmalenbach

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In diesem Vortrag und Seminar werden wir der Frage nach dem eigenen Ich in Selbstbildnissen der Kunst nachgehen. Wir beginnen unsere Entdeckungsreise in der Renaissance, in der das neue Selbstverständnis des Menschen als freies, kreatives Individuum bekanntlich in den ersten autonomen Selbstporträts der europäischen Kunstgeschichte überhaupt sichtbar wurde. Über weitere historische Stationen werden wir die künstlerische Selbstdarstellung bis in die Moderne weiterverfolgen. Mit einem abschließenden Blick in zeitgenössische Ausdrucksformen des Ichs wollen wir erforschen, wie sich die Selbstwahrnehmung und Identität des Menschen im Medienzeitalter verändert hat. Wir betrachten unter anderem Porträts von Dürer, Rembrandt, van Gogh, Schjerfbeck und Warhol.

Wie bringen Künstlerinnen und Künstler Facetten der eigenen Persönlichkeit, ein Idealbild oder auch dessen Verzerrung zum Ausdruck? Welcher innere Zustand des Menschen einer bestimmten Zeit drückt sich hier aus? Nach kurzen Einführungen zu den jeweiligen historischen Kontexten werden wir uns Zeit nehmen, um die Bildwerke gemeinsam zu betrachten und zu besprechen.

Wie im Spiegel dieser Beobachtungen wollen wir auch uns selbst in Reflexionen, Gesprächen und künstlerischen Übungen entdecken und uns auf die Spuren unseres eigenen Selbstbildes begeben.

Lauschsamkeit – zum Wandel des Hörens: Bewusstseinsgeschichte und Musikgeschichte

Vortrag: 09.05.2025, 19–21 Uhr
Seminar: 10.05.2025, 9:30–16 Uhr

mit Harald Schwaetzer und Peter Dellbrügger

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Um unser heutiges, von vielfachen Krisen herausgefordertes Bewusstsein zu erkennen und zu verstehen, lohnt es sich, einen Blick in seine Entstehungsgeschichte zu werfen. In Vortrag und Seminar soll dies anhand von zwei ausgewählten Episoden aus der Musikgeschichte unternommen werden. So finden um das Jahr 1600 herum bahnbrechende musikalische Neuerungen statt wie z.B. die Erfindung des Generalbasses oder der Funktionsharmonik.

Die Skandale provozierende Konfrontation des „romantischen Ohrs“ mit atonalen, dissonanten Klängen vor etwas mehr als 100 Jahren löste eine Erschütterung und Krise aus, zu deren Bewältigung wir auch heute noch gefragt sind, ein neues Hören zu entwickeln. Die neue Musik mit den „alten Ohren“ hören zu wollen muss scheitern. Dieses neue Hören ist für uns auch deshalb interessant, weil es Merkmale eines gegenwärtigen Bewusstseins trägt, die in Vortrag und Seminar erarbeitet werden sollen. Auch die Neuerungen der Musik um 1600 stellten die Hörgewohnheiten und damit das Bewusstsein vor eine große Herausforderung.

Mit Hilfe der historischen Aufführungspraxis lässt sich heute sehr gut rekonstruieren, wie Musik früher geklungen haben muss, etwa was Instrumente und Stimmungen betrifft. Wie aber wurde (abendländische) Musik früher gehört? Und auf welches Bewusstsein traf sie auf? Anhand der Beschäftigung mit diesen Fragen kann uns die Geschichtlichkeit unseres heutigen Bewusstseins deutlich werden: Kann der Blick in die Geschichte dabei helfen, krisentauglich zu werden? Diesen Fragen werden wir in Vortrag und Seminar anhand von Texten und Hörbeispielen nachgehen. Für eine Teilnahme sind keine Vorkenntnisse erforderlich.

Die Zukunft ist jetzt: Wie wir heute Neues ermöglichen können

Vortrag: 04.07.2025, 19–21 Uhr
Seminar: 05.07.2025, 9:30–16 Uhr

mit Paula Kühne Rendtorff und Nadja Görz

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Mit welcher Haltung blicken wir in die Zukunft? Gerade in Krisenmomenten bemerken wir oft nicht, dass unser Blick auf die Zukunft geprägt ist von vorauseilenden Vorstellungen und Gefühlen wie Sorge oder Angst. Dabei ist uns nicht bewusst, dass wir dem Kommenden so bereits eine bestimmte Erwartung entgegenbringen. Doch: „Zukunft ist nicht gegeben, sondern aufgegeben“ – so schreibt der Existenzphilosoph Heinrich Barth (18901965) in seinem Vortrag „Philosophie der Zukunft“ (1934). Er fordert darin ein neues Verständnis der Zukunft, das schon in der Art, wie man mit dieser umgeht, aktiv und kreativ ist. Durch diese bewusstere Haltung im Hier und Jetzt ermöglichen wir positive Veränderung und neue Impulse in der Zukunft.

An diesem Vortragsabend mit anschließendem Tagesseminar lernen wir anhand von kurzen Textlektüren sowie durch Gespräche und praktische Übungen diese bewusstere Zukunfts-Haltung kennen. Sie erhalten Impulse und Übungsanregungen für einen kreativen Umgang mit dem Thema Gegenwart und Zukunft.

Rahmenbedingungen

Veranstaltungsort
Haus der Geschichte Baden-Württemberg
Konrad-Adenauer-Straße 16
70173 Stuttgart

Teilnahmebeitrag
Vortrag: 15 EUR (nur Abendkasse)
Modul (Vortrag & Seminar): 90 EUR
Gesamtpaket (alle 6 Module): 500 EUR

Ermäßigung für Studierende und auf Nachfrage:
Vortrag: 12 EUR · Modul: 60 EUR · Gesamtpaket: 300 EUR

Die Reihe „Überall Krise?!“ beinhaltet sechs Module. Ein Modul besteht jeweils aus einem Abendvortrag am Freitag und einem Tagesseminar am Samstag. Die Module (sowie Vortrag und Seminar) können auch einzeln besucht werden.

Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich!

Flyer Veranstaltungsreihe Persönlichkeitsbildung Deckblatt

Videos unserer Dozierenden:

Videos unserer TeilnehmerInnen:

Dozierende der Veranstaltungsreihe PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG

Paula Kühne Rendtorff

Paula Kühne Rendtorff ist ein besonnener Mensch. Besonnen kommt ja bekanntlich von „sinnen“, und ihre Leidenschaft für sinnvolles Handeln kommt in ihrer Ruhe zum Ausdruck. In der Zusammenarbeit zeigt sich Paulas Fähigkeit regelmäßig in einem beharrlichen Insistieren auf Tiefgang und Bodenhaftung, das ihre Kollegen im Arbeitsrausch auf ein gesundes Maß zurechtbremst. Merke: Wogen glättet man durch Tiefe, dann sind sie im Verhältnis klein.

Paula hat auch viele der organisatorischen und kommunikativen Aufgaben übernommen, weil sie genau weiß, was an der Reihe ist. Ihre menschliche Zugewandtheit bringt Wärme in die manchmal etwas nüchterne Philosophenrunde. Für Paula gehört die Philosophie zum Leben, oder eigentlich: das Leben gehört der Philosophie. Kraftvolles Handeln geht für sie nicht ohne Bewegung im Denken. Es ist vergebens, sie zu einem Coffee to go einzuladen. Überlegen Sie etwas Sinnigeres!

E-Mail:

Paula Kühne Rendtorff
Warum ich für die LEBENDIGE PHILOSOPHIE arbeite

Selbst denken zu lernen und zu üben bedeutet für mich, im praktischen Leben immer mehr gestalten zu können. Ein bewegliches Denken eröffnet Perspektiven, wirft konstruktive Fragen auf, lässt Ideen entstehen, für die wir einstehen können. So wie ich Philosophie verstehe, ist sie das Gegenteil von Rückzug aus der Welt: sie ist vielmehr ein Wille und die Kraft, überhaupt im Dialog mit den Menschen die Herausforderungen der Gegenwart angehen zu können. Ich glaube, dass wir gerade das Denken dieser notwendigen philosophischen Ideen üben müssen, weil sie erst dadurch kreativ in unseren Handlungen wirksam werden.

VITA - Paula Kühne Rendtorff, M.A.

Geboren 1987 in Belo Horizonte (Brasilien). Studium der Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Tübingen und São Paulo sowie der Betriebswirtschaftslehre und Philosophie an der Alanus Hochschule in Alfter (B.A.). 20152016 Projektleitung im Bereich Öffentlichkeitsarbeit bei einer Trägerorganisation für Freiwilligendienste. Studium der Philosophie an der Cusanus Hochschule (M.A.). Von 20162019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hardenberg Institut. Dreijährige Ausbildung zur Biographieberaterin. Seit 2018 Mitarbeiterin am Philosophischen Seminar.

Peter Dellbrügger

Peter Dellbrügger ist heute hier und morgen dort und doch immer bei uns. Falls Sie ihn suchen, finden Sie Peter zumeist in der Deutschen Bahn, mit einem großen Koffer Bücher („Ich leiste mir den Luxus der möglichen Auswahl“) und seiner Geige, die er übend bespielt, auch während er in den deutschlandweit verstreuten Hotels seine Beratertätigkeit ausübt.

Peter kennt ungefähr jeden, den man kennen muss, und darüber hinaus noch viele mehr. Er ist ein wahrer Menschenfreund und Menschenvermittler. Hören ist seine Leidenschaft, die aber nicht nur musikalische Töne betrifft. Fragen, zuhören, ja hören, was und wie jemand etwas sagt, aber auch Atmosphären, Stimmungen und Unstimmigkeiten zwischen Menschen – Peter hört sie genau. Die Zwischentöne sind es, die ihn interessieren. Bieten Sie ihm einen Kräutertee an, aber drehen Sie die Hintergrundmusik vorher ab, sonst kommen Sie erst gar nicht mit ihm ins Gespräch.

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Peter Dellbruegger
Warum ich für die LEBENDIGE PHILOSOPHIE arbeite

Der hörende Weltzugang ist mir ein essentiell wichtiger Zugang zur Wirklichkeit, zum anderen Menschen. Und noch deutlicher als beim Sehen ist er ein sozialer: nie war es schwerer als heute, einander wirklich zuzuhören. Die hörende Organisation ist die Organisation der Zukunft. Daher hat auch die Beschäftigung mit Musik ihren Platz in der Weiterbildung „Lebendige Philosophie“. Mit der und an der Musik lassen sich grundlegende soziale Fähigkeiten bewusst machen und üben: hörend nachvollziehend bei überblickshaften Darstellungen und experimentierend selbst erfahrend bei einfachen, voraussetzungslosen Übungen.

VITA - Dipl. Volksw. & Musiker Peter Dellbrügger

Geboren 1976 in Stuttgart, trotz ausgeprägter musikalischer Neigungen (Geige, Klavier, Dirigieren) Studium der Volkswirtschaftslehre, daneben der Philosophie und der Mittleren und Neueren Geschichte in Heidelberg sowie Kulturmanagement an der Fernuniversität Hagen. 2002 bis 2004 Forschungsassistent im Arbeitsbereich „Dialogische Führung/Dialogische Kultur“ am Friedrich von Hardenberg Institut für Kulturwissenschaften in Heidelberg, 2010 bis 2020 dort Mitwirkung am Projekt der Dialogischen Kultur. 2004 bis 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Entrepreneurship, Universität Karlsruhe/KIT, und 2010/2011 bei dm-drogeriemarkt GmbH + Co. KG in Karlsruhe. 2011 bis 2018 Mitwirkender am Philosophicum in Basel. Seit 2011 selbständig als freiberuflicher Unternehmensberater und Musiker zu Führungsfragen. 2019 bis 2022 Leitung Musikvermittlung und Kommunikation beim Kammerorchester Basel. Seminaristische Arbeit mit Musik für MitarbeiterInnen und Führungskräfte in Unternehmen.

Nadja Görz

Sehr früh am Morgen konnten Sie Nadja Görz früher nicht antreffen. Bevor sie ihre Tochter Norah bekam, zeigte sich zu späterer Stunde zuerst eine Hand mit großem Kaffeebecher, der sich durch den Türspalt schob, bevor dann die Eigentümerin der Hand langsam, fast widerstrebend in Erscheinung trat. Nadja Görz lässt sich auch heute noch Zeit, nach vorne zu treten. Ihre Zurückhaltung kann manch einen trügen, wie das so oft bei Menschen ist, die sich gerne im Hintergrund aufhalten: Blitzgescheit und mit merkurialer Schnelligkeit verfolgt sie alles, was an Gedankenblitzen und -windungen den Raum erhellt. Dabei hat sie schon um drei Ecken vorausgedacht und ihre Schlüsse gezogen. An ihr erlebt man das Hase und Igel-Spiel: Man ist schon verstanden, bevor man den Mund aufmacht.

Nadja ermangelt es dabei aber nicht an warmer Empathie für alles Menschliche. Sie kann wunderbar zuhören und kümmert sich um alle, die ihre Aufmerksamkeit brauchen. Ein starker Kaffee mit etwas Süßem lockt sie auch heute noch hinter dem Türspalt hervor.

E-Mail:

Profilfoto Nadja Görz
Warum ich für die LEBENDIGE PHILOSOPHIE arbeite

Krisenhafte Zustände einer globalisierten Welt und ein sich immer weiter von Mensch und Natur weg bewegender Zeitgeist ereignen sich nicht einfach, sondern sie basieren auf bestimmten historisch gewachsenen Annahmen von der Welt, die uns meist nicht bewusst sind. Eine Ursache dieser Entwicklungen ist sicher, dass der moderne Mensch nicht zu viel, sondern zu wenig über sich selbst und seine Ursprünge nachdenkt, ja mehr noch, kaum mit sich und seinem Denken in einem erfahrbaren Kontakt steht. Denken und Handeln werden als getrennte Kategorien erlebt. Philosophie stellt diese Verknüpfung wieder her, indem sie die grundlegendsten Fragen nach dem Menschen und seiner Welt stellt. Und sie tut dies existentiell. Ich und meine eigenen Lebensfragen bleiben davon nicht unberührt. Diese Grundlagenforschung gemeinsam im Austausch mit anderen Menschen zu vollziehen und mir so selbst dabei ein Stück näher zu kommen, ist wohl die größte Motivation meiner Mitarbeit in der Veranstaltungsreihe „Lebendige Philosophie“. Ich könnte mir keine wertvollere Tätigkeit vorstellen.

VITA - Nadja Görz, M.A./M.A.

1982 geboren in Hagen. Abschluss in Kunstgeschichte und Medienwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Zweites Master-Studium in Philosophie an der Cusanus Hochschule, Bernkastel-Kues. Zugleich wissenschaftliche Mitarbeiterin ebendort, Mitaufbau und Lehre am Institut für Philosophie. 2018–2023 wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG Graduiertenkolleg „Traumkulturen“ an der Universität des Saarlandes. Seit Oktober 2021 Dozierende am Philosophischen Seminar e.V.

Harald Schwaetzer

Harald Schwaetzer widerlegt mit seiner Person für alle Zeiten das Cliché des unpraktischen Philosophen. Er hat eine Hochschule mitgegründet, was nicht so ganz einfach ist, und der Traktorsitz mit Frontlader oder ein Pferdesattel mit Zügeln ist seiner Hand ebenso willkommen wie Buch und Tastatur. Als Philosoph überschaut er nicht nur die europäische Geistesgeschichte der letzten 2500 Jahre ziemlich gut. Eigentlich lebt er maximal im 15. Jahrhundert, wenn es gut geht, erreicht er das 19.

Trotzdem ist es überraschend, bei wie vielen Gegenwartsfragen er Anderen damit noch immer eine Regallänge voraus ist. Der tiefe Ernst im Denken findet seinen Lebensausgleich in einem feinen, sich selbst einschließenden Humor. Vorsicht! Er weiß, was er (auch akademisch) kann, vermag sich aber vom akademischen Korsett zu befreien, wenn es gilt, etwas gemeinsam zu gestalten. Wenn Sie erleben wollen, dass Philosophieren der Königsweg für gute Ideen und kreatives Handeln ist, sind Sie bei Harald Schwaetzer an der richtigen Adresse. Kleiner Tipp, um ihn zu erwischen: Probieren Sie es mit einem Espresso und einem Stück Bitterschokolade, 90 Prozent.

E-Mail:

Harald Schwaetzer
Warum ich für die LEBENDIGE PHILOSOPHIE arbeite

Der Geist der Gegenwart hat eine Biographie, und zwar eine von 2500 Jahren, insofern er ein mitteleuropäischer ist. Der Geist der Gegenwart hat auch Mitgeister: Biographien anderer Kulturen. Geistesgeschichte in diesem Sinne als biographische Geschichte von Geist so ernst zu nehmen, wie wir unsere eigene Biographie ernst nehmen müssen, um uns jeweils in Situationen und Zeiten zu verstehen, und sie im gleichen Sinne wie in unser Biographie ganz praktisch auf die Gegenwart anzuwenden ist für mich eine unerlässliche Voraussetzung, um als Zeitgenosse existieren, leben und verantwortlich handeln zu können.

VITA - Dr. Harald Schwaetzer

Geboren 1967 in Telgte bei Münster, studierte ev. Theologie, Latein, Philosophie und Pädagogik, wurde 1997 in Philosophie promoviert, habilitierte sich 2006 in Philosophie, wurde berufen an das Institut für Cusanus-Forschung an der Universität Trier (2002-2008), an die Alanus Hochschule (2009-2014) sowie als Mitgründer an die Cusanus Hochschule (2014-2019). Von 2019 bis 2022 war er Gastprofessor an der Hochschule Biberach. Gegenwärtig hat er die akademische Leitung der Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte inne. Er ist Mitherausgeber der „Allgemeinen Zeitschrift für Philosophie“ und „Coincidentia. Zeitschrift für europäische Geistesgeschichte“, Mitherausgeber der Buchreihen „Texte und Studien zur europäischen Geistesgeschichte“ und „Philosophie interdisziplinär“. Zudem ist er Mitglied im Scientific Board verschiedener internationaler Fachzeitschriften und Buch-Reihen.

Bernhard Schmalenbach

An Bernhard Schmalenbach erlebt man die Feinsinnigkeit der Wahrnehmung seelisch-geistiger Prozesse gleichsam personifiziert. Im besten Sinne der antiken Tradition verkörpert er die Tugend der „subtilitas“, wobei eben diese in der Antike ja auch „Zartheit“ und „Feinheit“ meint – Eigenschaften, mit denen sich Bernhard Schmalenbach selbstlos in die Gespräche mit einem Gegenüber stellt. Man muss allerdings auf der Hut sein, sich von einem gewissen Understatement nicht täuschen zu lassen. Denn nicht nur in seinem Kerngebiet kennt sich der Professor für Heilpädagogik aus; auch in der Philosophie, Kunst, Literatur, Theologie und anderen Gebieten muss sich auch ein professionelles Gegenüber arg in Acht nehmen, nicht unversehens auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Stimmungen und Schwingungen der Seele, aber auch der Ideen sind seine Spezialität.

Sie können ihn jederzeit einladen, er würde nicht einmal eine Fertigpizza verweigern – solange er innerlich gewiss ist, dass erquicklicher als diese das Gespräch ist, und solange die Hoffnung bleibt, dass am Ende des Tunnels doch das Licht eines guten Espressos leuchtet.

E-Mail:

Bernhard Schmalenbach
Warum ich für die LEBENDIGE PHILOSOPHIE arbeite

Unsere Auffassungen über unser Verhältnis zur Welt, zu anderen Menschen und uns selbst beruhen auf Überzeugungen und Perspektiven, die in ihrer Tiefe nur wenig bewusst reflektiert werden. Diese Positionen sind im Verlauf von vielen Jahrhunderten gewachsen, haben sich differenziert und weiter entwickelt als Spiegel wie als Triebfeder der westlich-europäischen Gesellschaften. Dabei ergeben sich in markanten Konstellationen Alternativen, Konflikte und Polarisierungen, die häufig nach einer gewissen Zeit im Sinne einer spezifischen Bewusstseinsform oder einer leitenden Auffassung entschieden werden. In der Weiterbildung werden solche Konstellationen anhand von originalen Zeugnissen erarbeitet. Dabei kommen insbesondere auch die vergessenen oder in Herrschaftsstrukturen umgeleitete Strömungen in den Blick, deren Potential mithin noch weitgehend ungehoben ist. In Verbindung mit künstlerischen und biografischen Übungen, mit gemeinsamen Gesprächen und im eigenem Nach-Denken, können sich hier Inspirationen und Impulse ergeben, welche für die gegenwärtige Gestaltung von Biografien, von sozialen Gemeinschaften wie Institutionen – und einem zukünftigen ökologischen Bewusstsein eine wertvolle Quelle sein können.

VITA - Prof. Dr. Bernhard Schmalenbach

Studium der Heilpädagogik, Promotion an der Universität zu Köln. Langjährige Tätigkeiten in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderungserfahrungen und Mitwirkung in einer Camphill Schul- und Lebensgemeinschaft in diversen Aufgabenbereichen und Verantwortungen. Seit 2008 Professur für Heilpädagogik / Inklusive Pädagogik an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn. Seit 2017 Dozent für Inklusion an der Universität Bonn. Arbeitsschwerpunkte und Veröffentlichungen u.a. im Bereich Hilfeplanung, Biografieforschung, Phänomenologie der Leiblichkeit, Autismus sowie der ästhetischen Dimension der Pädagogik und Heilpädagogik.

Weitere Angebote: Biographiearbeit – Begleitung in Entwicklungsprozessen

Paula Kühne Rendtorff, zertifizierte Biographieberaterin

Biographiearbeit ermöglicht Ihnen, durch eine fragende Perspektive einen neuen Blick auf Ihr Leben zu werfen. Der Anlass dazu können Krisen und herausfordernde Ereignisse sein, durch die Sinnfragen entstehen. Doch auch eine noch unbeantwortete Lebensfrage oder der Rückblick auf das gelebte Leben können Ausgangspunkt für eine Biographiearbeit sein.

Indem Sie Zusammenhänge Ihres Lebenslaufs besser verstehen, finden Sie persönliche Kraftquellen und neue Entwicklungsmöglichkeiten. Statt zu fragen „Warum bin ich in dieser Situation?“  blicken wir mit der Biographiearbeit in die Zukunft und fragen: „Wozu geschieht mir dies? Was wird durch diese Herausforderung möglich?“

Biographiearbeit zeichnet sich dadurch aus, dass wir uns an den Lebensphänomenen orientieren und diese beschreiben – zunächst ohne sie zu beurteilen. Dies eröffnet einen Freiraum, aus dem heraus sich neue Erkenntnisse und Handlungsmöglichkeiten ergeben.

Weitere Informationen finden Sie auf meiner Website: https://praxis-fuer-biografiearbeit.de Auf Anfrage biete ich die Biographiearbeit auch im Raum Stuttgart in unserem Seminarhaus in Freiberg am Neckar an. Bitte schreiben Sie mir bei Interesse eine Nachricht:

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