„Natur und Geist“ umschreibt mit beiden Begriffen ein dreifaches Anliegen des vorliegenden Bandes der „Coincidentia“. Beide ins Gespräch zu bringen meint, erstens Bedeutungsschichten des Naturverständnisses auszuloten, die geeignet sind, die Natur und unsere Begegnung mit ihr angesichts gegenwärtiger Herausforderungen adäquat und unverkürzt, mehrdimensional, in den Blick zu nehmen. Zweitens wird damit auf die historische Perspektive und die kulturelle Entwicklung und Bewusstseinsverschiebung hingewiesen; die „physis“ der Griechen ist keineswegs mit dem beschrieben, was wir heute unter „Natur“ verstehen. Drittens schließlich lenken die Beiträge das Auge auf die Wahrnehmung der konstitutiven Begegnung von Natur und Mensch. Der erste Teil des Bandes ist dabei eher systematisch angelegt. Der zweite Teil diskutiert die Fragestellungen von Nikolaus von Kues und seiner Zeit her.

Der vorgelegte, von Harald Schwaetzer verantwortete Band gehört zum Forschungsschwerpunkt der Naturphilosophie der Kueser Akademie und ihres Philosophischen Seminars. So wird in der Reihe „Texte und Studien zur Europäischen Geistesgeschichte“ bald ein weiterer Tagungsband in Zusammenarbeit mit der DFG-Kollegforschungsgruppe „Lyrik in Transition“, insbesondere mit Prof. Dr. Henrieke Stahl, zu Lyrik und Philosophie im Anthropozän folgen.

Herausgegeben von Harald Schwaetzer und Wolfgang Ch. Schneider. Kueser Akademie Bernkastel-Kues 2019.