Nach einjähriger Arbeit liegt nun das Beiheft der Zeitschrift Coincidentia zu „Was heißt und zu welchem Ende studiert man studium generale?“ vor. In den darin enthaltenen 13 Beiträgen widmen sich namhafte Autorinnen und Autoren dem Begriff und der Geschichte eines studium generale, den Grundlagen des humanistischen Bildungsverständnisses, Potenzialen und Erfordernissen angesichts technologischer und bildungspolitischer Entwicklungen sowie konkreten Versuchen der Umsetzung eines Studium generale. Herausgegeben wurde das Beiheft von Johanna Hueck und Fabian Warislohner vom Philosophischen Seminar, die damit für das Begleitstudium Philosophie einen fachlichen Denk-Umraum schaffen und zur Diskussion einladen möchten. In ihrer Einleitung schreiben die Herausgebenden:
„Mit dem gedanklichen Bogen – ausgehend von Begriff und Rahmen eines studium generale über die historischen Hintergründe humanistischer Bildungsverständnisse, ihre Herausforderung und ihre Notwendigkeit angesichts gegenwärtiger Entwicklungen in der digitalen Transformation bis hin zur Diskussion konkreter Beispiele – soll die Geschichte als Lehrerin der Menschlichkeit des Menschen ernstgenommen werden, verbunden mit dem Wunsch, den über die Jahrhunderte gesponnenen Faden humanistischer Bildungsideale nicht abreißen zu lassen.“
Die Einleitung können Sie hier herunterladen. Am 12. Mai wurde das Beiheft im Rahmen einer Online-Präsentation mit den Autorinnen und Autoren, Teilnehmenden des Begleitstudiums und Mitarbeitenden des Philosophischen Seminar vorgestellt. Die Rückmeldungen bei der Präsentation deuten darauf hin, dass die Diskussion um Möglichkeit und Wirklichkeit eines Studium generale-Angebots noch lange nicht abgeschlossen ist.
Hier finden Sie außerdem eine Liste der Beiträge:
Tilman Borsche: „Was heißt und zu welchem Ende studiert man Studium generale?“
Martin Thomé: Das Unvollkommensein-Können lernen. Studium Generale und Bildung
Mechthild Dreyer: Nicht Landkarte, sondern Kompass. Zu den Zielen von Hochschul-Bildung
David Sommerhoff: Von einem Stein, Friedrich Schiller und einem Begleitstudium Philosophie
Harald Schwaetzer: Iris, Tochter des Thaumas. Selbstverständnisse humaner Bildung
Moritz René Pretzsch: „Du sollst werden, der du bist“ – Überlegungen zur Bildung bei Nietzsche, Goethe und Wittgenstein und die Aufgabe der Philosophie in übergreifenden Bildungsangeboten
William Deresiewicz: Deep Reading Will Save Your Soul
Ekaterina Poljakova: Wozu Kopernikus? Überlegungen zum Nutzen und Vorteil der allgemeinen Bildung für das Leben
Jonathan Keir: Studium Generale im Zeitalter Künstlicher Intelligenz
Salvatore Lavecchia: Im Lichte eines dialogischen Ich. Ein Menschenbild für ein Studium Generale
Bernhard Schmalenbach: Potenziale des Studium Generale für die Selbst-Bildung der Persönlichkeit
André Bleicher: Von der Notwendigkeit und Schwierigkeit der Institutionalisierung eines fachübergreifenden Studiums. Erfahrungen aus einer technischen Universität
Rico Gutschmidt und Karolina Vocke: Philosophie als künstlerische Praxis. Über die Institutionalisierung schöpferischen Denkens zwischen Wissenschaft und Kunst